Mexiko sah mich an

Mexiko sah mich an

1969 veröffentlichte Senta Minzlaff den Bildband „Mexiko sah mich an“, in dem sie 43, an der präkolumbianischen Ornamentik orientierte Zeichnungen wiedergab. Darunter befinden sich vier farbige Arbeiten, die verbleibenden 39 Motive sind in Schwarzweiß gehalten. Den begleitenden Text schrieb der Berliner Musiker und Autor Paul Hermann.

Das Buch, dem ein zweites farbiges folgen sollte – in Minzlaffs Oeuvre befinden sich zahlreiche farbige Zeichnungen, die auf ein solches Projekt schließen lassen – entstand als Nachklang ihrer stilweisenden Mexikoreise 1967. Womöglich sind die Originale direkt in Mexiko entstanden. Sie geben Götter, Wesen, Pflanzen, Gefäße und die Gestirne in einer der Künstlerin eigenen kompositionellen Ordnung wieder.

In Mexiko begegnete Senta Minzlaff einer Kultur und Kunst, die ihr aus dem Herzen sprach. Ornamentik und Fantasie, Farbkraft und Traumbilder verschmelzen in einem mystischen Erleben, das im kompletten Gegensatz zum Spießertum der „Wirtschaftswunder-BRD“ in den 1960er Jahren stand. In Mexiko fand Senta Minzlaff ihre künstlerische Gegenwelt. In dieser Welt sollte ihr Schaffen die folgenden 25 Jahre wachsen und gedeihen.