Im Zoo

oT (Weißkopfadler)
Gouache / Papier
67 x 49 cm
Ein Weißkopfadler wacht über einen Wald aus blauen, roten, orangenen und gelben Büschen und Bäumen. So wild und magisch weiß Senta Minzlaff das Adlergehege des Berliner Zoos darzustellen. Ihr Künstlerinnenblick weist tief in die Natur und erhascht dort das warme Licht der untergehenden Sonne auf den hohen Baumstämmen und die blauen Schatten des aufziehenden Abends. Der stolze Adler, dessen braunes Gefieder auch ein paar rötliche Lichtklekse abbekommen hat, hebt sein weißes Haupt und posiert der Malerin, die den Zoo regelmäßig zu Studienzwecken aufsuchte.

oT (Schlangen)
Gouache / Papier
78 x 54 cm
Vor gelbem Hintergrund und auf einem orangefarbigen Steinplateau schlängeln sich Schlangenkörper. Zwei Pythons haben die Köpfe erhoben und scheinen einander anzuzischen. Senta Minzlaff, der sich diese Szene bei Studien im Aquarium des Berliner Zoos zeigte, hat die dunkle bräunlich-grüne Maserung in eine helle gelb-grünliche bzw. rot-gelbe Ornamentik mit blauen Konturen verwandelt. Im künstlichen Licht des Terrariums sind die Schlangen selbst zum Kunstwerk geworden, das die Malerin mit kühnen Pinselstrichen geschaffen hat.

oT (Flamingos vor Gedächtniskirche)
Mischtechnik / Papier
48 x 36 cm
Vor der Berliner Stadtkulisse mit Gedächtniskirche und Zoogebäude posieren mehrere Flamingos. Sie heben und senken ihre langen Hälse, schauen nach links und rechts, nach oben und unten. Neben dem frühlingshaften Grün-Blau eines hohen Baums im Gehege leuchtet ihr Gefieder wie Glas, und zwar blaues Glas. Ganz ihrem Stil entsprechend hat die Malerin auf die Objektfarbe rosa verzichtet und ihren persönlichen freien Farbeindruck wiedergegeben. Die Berücksichtigung der städtischen Umgebung mit der berühmten Kirchenruine lässt eine Datierung des Blatts auf die späten 1950er Jahre zu.

oT (Aras)
Gouache / Papier
68 x 55 cm
Zwei Ara mit rot-orange-blauem Gefieder schmücken dieses signierte Werk. Senta Minzlaff, die sich viele Tiermotive im Berliner Zoo erschloss, hat hier ihren kräftig sicheren Pinselstrich und die reiche Farbpalette zum Einsatz gebracht. Die Konturen der Vögel sind überwiegend blau und verschmelzen mit der in blau-grün gehaltenen Umgebung. Munter scheinen die Tiere ihr Gegenüber, die Malerin, zu beäugen, die eingehende Kenntnisse in Tierstudien vorzuweisen hat.

Warzenschwein
Mischtechnik / Papier
74 x 58 cm
Ein wildes grün-orangenes Warzenschwein, den schweren Kopf nach vorn geneigt, die Augen weit aufgerissen, kratzt sich genüsslich an einem flammend-organenen Baumstamm. Die farbenprächtige Darstellung, die die Malerin signiert hat, zeigt das Tier "in Aktion". Es ist nicht das einzige Bild dieser Art. Dank ihrer jahrelangen Tierstudien und dank ihrer Tierliebe, entstanden zahlreiche Gemälde, die die Eigenarten und Gepflogenheiten der "tierischen Protagonisten" malerisch vorzüglich auf den Punkt brachten.

oT (Krokodilbecken im Aquarium)
Gouache / Papier
73 x 54 cm
In einem Gehege tummeln sich zahlreiche Krokodile. Sie schlängeln, gleiten oder schreiten gemächlich zum Wasserbecken des Aquariums im Berliner Zoo, wo sie Senta Minzlaff ausgiebig studieren konnte. Die gepanzerten Echsenkörper schimmern in rot, blau und rosa und nicht in ihrer eigentlichen bräunlichgrünen Körperfarbe. Mit Blick auf die Wirkung des Lichts in der Zooanlage hat die Malerin nicht nur die Farbigkeit der Tiere sondern auch ihre Umgebung in subjektiver Farbigkeit erfasst. So zeigen sich die Palmen rechts und links und die Besucherbrücke weiter hinten in Minzlaffs Schattenfarben: blau und türkis. Die Arbeit ist auf Anfang der 1960er Jahre datierbar.
Schon im Frühwerk hat sich die Tiermalerei als eine von Senta Minzlaff favorisierte Kategorie erwiesen. Mit immer freieren Mal- und Zeichentechniken und der Hinwendung zu einer expressiven, ja explosiven Farbenwahl rückten nun auch die Tierbilder in den Zenit des Hauptwerks der Künstlerin. Fesselnd ist der Anblick der blau-rotorangenen Schlangen, die sich vor giftgelbem Himmel ineinander winden und verknoten. Knallrote Krokodile gleiten im Zoogehege vor blauen Palmen und Besuchern in der rötlich-gelben Abendsonne dahin. Blaue Flamingos, ein grün-orangenes Warzenschwein, ein Weißkopfadler vor Bäumen und Sträuchern in allen Farben und die bunten Aravögel bevölkern die Bilder und Gemälde. Das Farberlebnis ist so intensiv, dass die Tiere lebendig wirken. Die Schlangen zischeln leise und gelb, die Flamingos tänzeln elegant-bläulich, der Ruf der Aravögel klingt schrill und bunt und das Grunzen des Warzenschweins kommt grün-orange entgegen.
In der Tiermalerei beweist Senta Minzlaff ihre anatomischen Kenntnisse, gepaart mit einer grenzenlosen Liebe zu den Tieren der Welt.