Im Museum

Besuche im Museum und Studien der dort gezeigten Exponate gehörten zum Usus der akademischen Ausbildung für Hochbegabte aus kunstfernen Berufen, die Senta Minzlaff ab 1958 beim engagierten HdK- (heute UdK-) Dozenten und Maler Bernhard Borchert genoss. Offenbar besuchte er mit seiner Klasse regelmäßig das Völkerkundemuseum (heute: Ethnologische Sammlung) in Berlin-Dahlem und ließ seine Studentinnen und Studenten die Kult- und Gebrauchsgegenstände, die Skulpturen und Textilien malen und zeichnen. Ein Paradies für Senta Minzlaff, war sie doch dem Exotischen durch ihre Abenteuerreisen sehr zugewandt. So erstellte sie in der Regel keine Skizzen, sondern schuf vollumfängliche farbenprächtige Gemälde der bekannten peruanischen Menschenmumie, des afrikanischen Perlenthrons „Mandu Yenu“, der Kultgefässe, präkolumbianischen Masken, Schilde und Grabstätten aus der Museumssammlung. Mit Berücksichtigung der Ausstellungsumgebung sind sie nicht nur eine Huldigung der außereuropäischen Kunst. Ebenso dokumentieren sie die damalige Hängung und Präsentation der wertvollen Gegenstände und Objekte und gerieren heute zu exzeptionellen Zeitzeugnissen der Berliner Museumskultur in den 1960er Jahren.