
oT (Thronsessel Afrika)
Gouache / Papier
64 x 50 cm
Das Bild zeigt eine Ansicht der Afrikaabteilung im ehem. "Völkerkundemuseum" in Berlin-Dahlem. Zu sehen ist der afrikanische Perlenthron „Mandu Yenu" umgeben von anderen Kultgegenständen der Sammlung. Die Künstlerin verzichtete darauf, die Perlenstruktur des Throns wiederzugeben. Stattdessen hat sie den schmückenden Figuren mit sicherem, schwungvollen Pinselstrich "Leben eingehaucht". Lichter in Gelb, Rot, Orange, Ocker und Violett durchsetzen das kräftige, dominante Blau. So verleiht die Malerin diesen fantastischen Ausstellungsstücken ihre ursprüngliche Magie zurück.

oT (Kultobjekte Afrika)
Gouache / Papier
64 x 49 cm
Die afrikanischen Kultobjekte, die Senta Minzlaff hier erfasst hat, stammen aus der Schausammlung des ehemaligen "Völkerkundemuseums" in Berlin-Dahlem. Im Hintergrund eine ockerfarbige stehende Figur mit madalaartigem Kopfputz, an den Wänden braun-blaue Masken und im Vordergrund eine blau-graue, behelmte Figur mit Stab und Kugel in der Hand und an einem großen runden Behältnis sitzend. Der in Gelb und Blau gehaltene verschachtelte Raum deutet die großen Glasvitrinen und ihre Durchblicke an. Die in expressiven Strichen aufgetragenen Lichtfarben beleben die Masken und Figuren.

oT (Kultobjekte Afrika)
Gouache / Papier
64 x 49 cm
Hier hat die Künstlerin ihren Blick in die Raumfluchten des ehmlg. "Völkerkundemuseums" in Berlin-Dahlem festgehalten. Ausgehend von einem zentral plazierten reich verzierten Sitzmöbel in rot, gelb und pink im Vordergrund, führt die Perspektive über eine mit bunten Masken geschmückte gelbe Wand links dahinter zu einem weit hinten stehenden Objekt (evtl. der afrikanische Perlenthron "Mandu Yenu") und einer weiteren Figur. An der Stirnwand ist eine pinkfarbene, transparent wirkende Fläche zu sehen, die eine Glasvitrine oder eine Glastür des Museums sein könnte. Die vorherrschenden Rot- und Gelbtöne mit etwas Blau und Violett gemischt lassen das künstliche Museumslicht warm und lebendig erscheinen. Die ethnologische Sammlung scheint für die weitgereiste Künstlerin von Bedeutung gewesen zu sein. Ihr widmete sie viele vollendete Arbeiten.

oT (Kultobjekte Altamerika)
Gouache / Papier
57 x 39 cm
Die Künstlerin, die das ehemalige "Völkerkundemuseum" in Berlin-Dahlem als Studienort nutzte, hat hier zwei Objekte in einer Vitrine aus der Altamerika-Abteilung dargestellt. Ockerfarben sind ein kleiner Schmuckgegenstand und ein gefäßförmiger Torso mit einem Kopf, dessen Antlitz zur zähnefletschenden Fratze verzogen ist. Bei letzterem könnte es sich um ein Kultobjekt handeln, das eine Mumie imitiert. Im Hintergrund ist der Kopf ein zweites Mal und doppelt so groß zu sehen. Die schaurigen Züge sind mit Gelb, Blau, Grau scharf umrissen. Es handelt sich entweder um eine Spiegelung im Licht der Vitrine oder um eine Idee der Künstlerin.

oT (Kultobjekte Altamerika)
Gouache / Papier
57 x 39 cm
Die aztekische Figur mit herausgestreckter Zunge und erhobenen Tatzen, die Senta Minzlaff hier wiedergegeben hat, ist ein zentrales Exponat in der Ethnologischen Sammlung in Berlin. Das bedrohliche Wesen, ein Wächter oder Schützer, hockt auf einem niedrigen Sitz und trägt drei Behältnisse als wehrhaften Halsschmuck. Das Original aus rosa-grauem Stein hat die Künstlerin dazu inspiriert, dieses Wesen in blutrot, blau, rosa und grau aufglühen zu lassen. Die Arbeit ist signiert und auf die 1960er Jahre datierbar.

oT (peruan. Mumie ehem.
Museum Dahlem)
Mischtechnik / Papier
48 x 36 cm
Die signierte Darstellung der bekannten peruanischen Mumie aus dem ehmlg. "Völkerkundemuseum" in Berlin-Dahlem ist ein Schlüsselwerk der Künstlerin. Senta Minzlaff hat den Toten, der auf die typische peruanische Weise in Sitzposition mit angezogenen Beinen bestattet wurde, farbig erfasst und seine ledrige Haut mit Pinselstrichen in blau, gelb, rose und weiß belebt. Ebenso hat sie dem Totenschädel mit einem Farbenspiel aus Rot, Blau und Hellgelb den Schrecken genommen. Die Mumie ist von Gestalten und Formen in heiteren Farben umgeben. Man erkennt eine behelmte Wächterfigur und ein Wesen mit Maske und erhobenen Armen, die den Toten zu beschützen scheinen. Die Künstlerin hat hier das Gesehene in eine fantastische Szene verwandelt, in der die Grenze zwischen Realität und Traumgebilde verschwimmt. Das Bild führt direkt zur umfänglichen Serie der Dämonendarstellungen in Minzlaffs Oeuvre.
Besuche im Museum und Studien der dort gezeigten Exponate gehörten zum Usus der akademischen Ausbildung für Hochbegabte aus kunstfernen Berufen, die Senta Minzlaff ab 1958 beim engagierten HdK- (heute UdK-) Dozenten und Maler Bernhard Borchert genoss. Offenbar besuchte er mit seiner Klasse regelmäßig das Völkerkundemuseum (heute: Ethnologische Sammlung) in Berlin-Dahlem und ließ seine Studentinnen und Studenten die Kult- und Gebrauchsgegenstände, die Skulpturen und Textilien malen und zeichnen. Ein Paradies für Senta Minzlaff, war sie doch dem Exotischen durch ihre Abenteuerreisen sehr zugewandt. So erstellte sie in der Regel keine Skizzen, sondern schuf vollumfängliche farbenprächtige Gemälde der bekannten peruanischen Menschenmumie, des afrikanischen Perlenthrons „Mandu Yenu“, der Kultgefässe, präkolumbianischen Masken, Schilde und Grabstätten aus der Museumssammlung. Mit Berücksichtigung der Ausstellungsumgebung sind sie nicht nur eine Huldigung der außereuropäischen Kunst. Ebenso dokumentieren sie die damalige Hängung und Präsentation der wertvollen Gegenstände und Objekte und gerieren heute zu exzeptionellen Zeitzeugnissen der Berliner Museumskultur in den 1960er Jahren.