
oT (Zeichenschülerinnen)
Gouache / Papier
60 x 49 cm
Drei Mädchen sitzen an einem Tisch vor einem Fenster. Sie sind im Begriff zu malen und zu zeichnen, wobei sie aufmerksam die Köpfe über ihre Arbeiten beugen. Auf dem Blatt der rechts im Bild Sitzenden ist eine Palme zu sehen. Das signierte Gemälde ist von konzentriert heiterer Atmosphäre, die der künstlerischen Tätigkeit aber auch der Farbigkeit zu verdanken ist. Das Mädchen im Vordergrund links trägt einen grasgrünen Pullover und volles braunes Haar, das Mädchen rechts ist blond und mit einem knallroten Oberteil bekleidet, das Mädchen auf der anderen Tischseite hat eine blonde Bobmähne. Wie auch bei anderen Arbeiten wählte Senta Minzlaff eine ungewöhnliche Perspektive - hier: in starker Aufsicht - und hat so die kleine Szene zu etwas Besonderem werden lassen.

oT (Akt auf Korbsessel)
Gouache / Papier
80 x 56 cm
Das Aktbild gibt eine dunkelhaarige junge Frau wieder, die in einem Korbsessel Platz genommen hat und schüchtern ihre Füße zusammenpresst. Der kräftig-blaue Umraum kontrastiert mit dem gelben Sitzmöbel und dem hellen, geblich rosafarbenen Inkarnat. Auch bildet der energische Farbauftrag einen bemerkenswerten Kontrast zur zarten Haut und den verhaltenen Gesichtszügen des aparten Modells. Das hellblaue Amulett, das zwischen den Brüsten baumelt, versieht das Motiv mit einer winzigen erotische Note.

oT (Sitzende)
Gouache / Papier
62 x 46 cm
Eine junge Frau mit einem auffälligen gelben Halstuch sitzt mitten in einem Raum auf einem Stuhl. Zu ihrer Rechten ein roter Drehhocker. Der hellblau-pink karierte Rock und das pinke Oberteil bilden einen schönen Kontrast zum Umraum, der in ein warmes ockergelbes Licht getaucht ist. Das Bild zeugt nicht nur von Minzlaffs Talent, Licht in Farbe wiederzugeben. Auch fängt sie die körperliche Präsenz ihres Modell mit wenigen kräftigen Konturlinien ein. Das aparte Antlitz hat sie zart, aber auch genau erfasst.

Landstreicher um 1968
Gouache / Papier
70 x 56 cm
Die signierte Arbeit mit dem Titel "der Landstreicher", die 1968 ausgestellt wurde, ist maltechnisch und motivisch herausragend. Der kräftige, bärtige Mann, dessen Gesichtszüge nur angedeutet sind, sitzt breitbeinig auf einem Stuhl. Die klobigen Schuhe und die grob erfasste orangefarbene Hose mit grün-orangenem Karohemd lassen an einen Waldarbeiter oder Holzfäller denken. Zu seiner Rechten ein Pflanzengebilde mit Ästen, zu seiner Linken ein Tisch, unter dem das Portrait eines weiteren Landstreichers angelehnt ist. Das Portrait strahlt Natürlichkeit und Wärme aus. Es würdigt den Landstreicher, den die Künstlerin mehrfach malte.

oT (Frau mit Hund) 1966
Gouache / Papier
69 x 54 cm
Das weibliche Modell im eleganten Kostüm in Orange und Grün hat auf einem grünen Hocker Platz genommen, ihren großen Hund als Wächter zu Füßen. Die Gouache weist einen leichten und zugleich zielsicheren Pinselstrich auf, der sowohl die Posierende als auch den Umraum des Modellsaals mit grün-bläulichem Boden, einem Tisch und schemenhaften Personen im Hintergrund erfasst. Die Gouache ist signiert und wurde in Minzlaffs Einzelausstellung im Kabinett am Schillertheater 1966 ausgestellt.

oT (Maskerade)
Gouache / Papier
70 x 56 cm
In der Mitte dieser farbenprächtigen signierten Gouache posiert ein weibliches Modell im burlesken Kostüm mit rotem Bikini-Zweiteiler, dunklen Strümpfen, knallblauem Strumpfband, einem pinkfarbenen Umhang und knallblauem Kragen, auf dem Kopf einen lustigen blumengeschmückten Hut. Wand und Boden konstrastieren in Gelb, und rechts und links der verführerischen "Dame" stehen ihre gleich kostümierten Kolleginnen. Der Farbauftrag ist so lebhaft wie diese originelle Szene, die womöglich Revuegirls vor ihrem Auftritt festhält. Bemerkenswert sind Minzlaffs Auffassung vom grellen Licht im Hintergrund und die farbigen Konturen der Nebenfiguren.

oT (HdK - Atelier) vor 1962
Mischtechnik / Papier
65 x 53 cm
Das signierte Atelierbild zeigt einen Studiensaal der HdK (heute UdK)-Berlin mit fünf Personen rund um einen langen Tisch. Davor stehen Übungsstaffeleien und ein Stuhl. Durch die hohen Fenster im Hintergrund fällt winterlich-graues Licht. Der Boden ist in abgetöntem Hellblau, Türkis und Grau gehalten. Am Tisch wird gezeichnet, gelauscht und, wie die beiden Personen zur Linken, gemeinsam an einem Blatt gearbeitet. Vielleicht handelt es sich um eine Korrekturstunde durch den Dozent Bernhard Borchert im Rahmen des Kunststudiums, das Senta Minzlaff ab 1958 absolvierte.
In den Jahrzehnten, in denen sich Senta Minzlaff ausschließlich auf die Malerei konzentrierte, erschloss sie zahlreiche Motive im Kontext ihres Künstlerkreises. Mit der Entscheidung für ein professionelles Künstlerinnentum, das nochmal ein Studium an der HdK (heute UdK) Berlin voraussetzte, begab sie sich in die Berliner Kunstbohème und malte und zeichnete deren Typen und Originale: alle möglichen Modelle von der Straße, Schaustellerinnen und Schausteller, Tänzerinnen, Künstlerinnen und Künstler, Studenten und Bohèmiens. Neben der wildfarbigen Kleidung und Umgebung sind ihre Männer- u. Frauenbildnisse, Akte und mehrfigurigen Szenen mit ebenso bunten Schatten und Konturen versehen. Oftmals wählte Senta Minzlaff Komplementärkontraste, die die Bilder noch intensiver aufleuchten lassen. In diesem Stil sind auch die räumliche Umgebung und die Details wiedergegeben.