
oT (im Garten)
Gouache / Papier
56 x 46 cm
Hier hat die Malerin über eine grüne Hecke geschaut, die das Bild vorne abschließt. In einem Garten mit hellgrüner Rasenfläche und unter hohen Bäumen eröffnet sich eine sommerliche Szene. Auf einer hellblauen Gartenliege ruht eine dunkelhaarige Frau, rechts von ihr ein gedeckter Tisch und ein sitzender, Zeitung lesender Mann. Die kräftigen Farben sind präzise gesetzt, dennoch wirkt die Szene duftig und von einem heiteren Schmelz.

oT (Botanischer Garten)
Gouache / Papier
69 x 56 cm
Die Arbeit stammt aus der umfänglichen Werkgruppe zum Botanischen Garten in Berlin. In den Tropenhäusern fand die Malerin eine Fülle an Motiven, wie hier den Blick auf die exotische subtropische Pflanzenvielfalt. Zu beiden Seiten der Raumansicht ranken üppig-blau-grüne Blätter und Palmenwedel, wachsen hohe Farne und Gräser. Fasziniert zeigte sich Senta Minzlaff auch von den geschwungenen Glasfenstern, durch die hellblau getöntes Tageslicht fällt. Die detailfreudige, realistische Darstellung und die Raumtiefe erlauben eine Datierung der Darstellung auf die späten 1950er Jahre.

oT (Terrassenlokal, Kongresshalle)
Mischtechnik / Papier
50 x 44 cm
Unter Bäumen mit duftig hingetupftem Laub in grün und türkis erstreckt sich ein großer Biergarten. Einige Tische sind besetzt, Sonnenschirme in Pink, Blau und Rot reihen sich im Hintergrund. Dort erhebt sich auch ein Gebäude mit ungewöhnlich geschwungenem Dach. In wenigen, verspielt gesetzten Pinselstrichen hat die Malerin die Gäste, die Klapptische und Stühle, die Bäume und den interessanten Bau festgehalten und damit eine sommerlich-urbane Freizeitstimmung in der Zeit der späten 1950er bzw. frühen 1960er Jahre verewigt.

oT (Botanischer Garten)
Mischtechnik / Papier
58 x 44 cm
In einem langgestreckten Hochbeet formen blaublättrige Ranken einen lockeren Baldachin. Den Hintergrund bilden hohe etwas gewölbte Glasfenster, durch die zartrosafarbenes Licht fällt. Zwei giftgelbe Blüten kontrastieren mit der Harmonie in Blau und Rose, die in einem der Tropenhäuser im Botanischen Garten in Berlin herrschte und gekonnt von Senta Minzlaff eingefangen wurde. Ein überraschender Kontrapunkt bzw. eine kleine Dysharmonie waren die Spezialität der Malerin, die sie auch hier wieder zur Geltung brachte. Die realistische Raumansicht lässt eine Datierung auf Ende der 1950er, Anfang der 1960er Jahre zu.

oT (Nilgras)
Gouache / Papier
64 x 50 cm
Türkisfarbenes Nilgras überwuchert oranges Blattwerk eines Gummibaums. Die kontrastreiche Pflanzendichte hat Dschungelcharakter, den Senta Minzlaff vor türkis- und hellgrünem Hintergrund noch zu verstärken wusste. Das Pflanzenszenario stammt aus dem Botanischen Garten in Berlin, den die Malerin entweder mit ihrer Hochschulklasse oder mit Künstlerkolleginnen und -kollegen zu Studienzwecken aufsuchte. Hier entstanden zahlreiche Arbeiten in exotischer Farbigkeit und eigenwilliger Perspektive. Das Schöne der Pflanzen interessierte Senta Minzlaff weniger, als der Kontrast und die jeweilige originale Erscheinungsform.

oT (Strauß am Fenster)
Filzstift / Papier
70 x 54 cm
Vor dem Hintergrund einer komplett in gelb gehaltenen modernen Farbikarchitektur streckt eine bunte Balkonpflanze ihre Blüten und Blätter aus. Die mit energetischen Filzstiftstrichen erfassten rosa-blauen, roten, orangenen und gelben Blütenkelche wachsen in alle Richtungen. Senta Minzlaff hat den frischen und verdorrten Stengeln und Blättern dieselbe Aufmerksamkeit gewidmet und aus Flora und Architektur ein ungewöhnliches Ensemble geschaffen. Das Motiv scheint auf einem Balkon in einem Hinterhof mit typischen Berliner Ateliergebäuden entstanden zu sein.

Wurzelwerk
Mischtechnik / Papier
79 x 52 cm
Das Bild wird von einem Baumstumpf mit Wurzelwerk beherrscht, dem Senta Minzlaff ihre Aufmerksamkeit gewidmet hat. Die abgesägten Wurzelstränge sind in kräftig schwungvollen Pinselstrichen erfasst. Sie leuchten in Blau und Gelb auf, hier und da setzt sich das Braun des Gehölzes durch. Der Reststamm windet sich nach oben und lässt das Wurzelobjekt wie ein skulpturales Bouquet ausschauen. Im Hintergrund ist ein grauer Nebelwald angedeutet - ein winterliches Ambiente, in dem das Motiv des signierten Blattes mit dem Titel "Wurzelwerk" entstanden ist.

Familie 1966
Gouache / Papier
70 x 54 cm
Vor dem Hintergrund einer Abendgesellschaft zwischen roten Stämmen und einem gelb-orangenen Himmel sitzt eine dreiköpfige Familie an einem Tisch. Die Frau im hellgelben ärmellosen Oberteil mit blauem Rock ist als Rückenfigur festgehalten, der Mann wendet sich nach vorne und dem ihm gegenüber sitzenden Kind zu. Obgleich die Formen vereinfacht und mit einzelnen Pinselstrichen erfasst sind, ist die Empathie des Mannes zum Kind unverkennbar. Milde strahlt sein Gesicht in rosa-beige-grauem Inkarnat mit blauer Kontur. Das signierte Blatt ist nachweislich um 1966 entstanden und wurde in dem Jahr in der Einzelausstellung von Senta Minzlaff im Kunstkabinett am Schillertheater gezeigt.

oT (Gartenlokal mit Schirmen)
Mischtechnik / Papier
58 x 44 cm
In einer bunten Parklandschaft mit hohen blauen Baumstämmen und türkisblauen und gelbroten Sonnenschirmen sitzen Personen an einem Tisch. Ihre Körperhaltung ist einander zugewandt, die kleine Gesellschaft in türkis, hellblau, rose und violett gekleidet scheint sich lebhaft zu unterhalten. Ein roter Zaun grenzt die farbenfrohe Szene zum vorderen Bildrand hin ab. Jeder Flecken auf dem Bild ist mit Farbe erfasst, das sich wie eine eigene in sich geschlossene expressive Welt darbietet. Die Farbdichte und der Verzicht auf eine Raumperspektive lassen eine Datierung auf Mitte bis Ende der 1960er Jahre zu.

oT (Lokal am See)
Mischtechnik / Papier
69 x 54 cm
Vor einem orangefarbenen Gewässer mit hohen Baumstämmen am Ufer sitzen drei Frauen mit Hut auf einer Terrasse, links davon zwei Kinder, die im Licht der untergehenden Sonne die Farbe der Umgebung angenommen haben. Derweil sich die Protagonistinnen - eine trägt einen blauen, die andere einen rot- orangenen mit gelber Handtasche, die dritte einen dunklen Mantel mit gelbem Schal - farblich und szenisch abheben. Senta Minzlaff hat das Motiv mit freien, energetischen Pinselstrichen erfasst. Die Berücksichtigung des Umraums spricht für eine Entstehungszeit Anfang der 1960er Jahre.
Das Studium an der HdK (heute UdK) Berlin bei Prof. Bernhard Borchert führte Senta Minzlaff auch in den Botanischen Garten. Hier studierte sie die exotischen Blüten und Pflanzen, die sie sicher an die Botanik der von ihr bereisten fernen Länder erinnert haben. So entstanden großformatige Bilder von Farnen, Palmen und anderen Gewächsen in Fantasiefarben. Die Künstlerin nutzte Türkis, Knallgelb, Pink, Ultramarin und ein tiefes Rot und ließ den eigenen Farbvorstellungen freien Lauf.
Zugleich besuchte sie die öffentlichen Parkanlagen und Gärten Berlins, wo sie der hohe Baumbewuchs, die bunten Sonnenschirme in den Parkcafés, das Licht und die Flanierenden faszinierten. Behütete Damen, Familien und fröhliche Besucher besiedeln ihre vielfarbigen Darstellungen. Es ist anzunehmen, dass es sich vorrangig um den Berliner Tiergarten handelt, den sie an verschiedenen Tages- und Jahreszeiten festgehalten hat.
Innerhalb dieser Kategorie ist eine deutliche Stilentwicklung zu erkennen: Während die ersten Gemälde dieser Richtung noch einer realistischeren Naturwiedergabe verpflichtet waren, gehen die Park- und Gartenmotive mit späterer Datierung in wildbunten, energetischen Pinselstrichen auf. Hier steht die reine Malerei im Vordergrund, die die Künstlerin ganz offensichtlich mit ihren Betrachterinnen und Betrachtern zu teilen beabsichtigte.